Impfungen

Die Impfung ist eine vorbeugende Maßnahme gegen verschiedene Infektionskrankheiten und wird deshalb auch Schutzimpfung genannt.

Man unterscheidet die aktive Impfung und die passive Immunisierung. Bei einer aktiven Impfung – auch Vakzination genannt – wird der Impfstoff (Vakzine) in Form abgeschwächter, abgetöteter oder fragmentierter Krankheitserreger oder deren Toxine in den Körper eingebracht. Ziel dieser Impfung ist es, das körpereigene Immunsystem zur Bildung spezifischer Antikörper anzuregen und so eine spezifische Immunität gegen die entsprechende Infektionskrankheit zu bewirken. Bei einer passiven Impfung hingegen wird mit Impfserum geimpft, welches die spezifischen Antikörper (Immunglobuline) gegen den betreffenden Krankheitserreger oder dessen Toxin bereits in hoher Konzentration enthält.

Es stehen Impfstoffe gegen eine Vielzahl von viralen und bakteriellen Infektionskrankheiten bereit. Manche Menschen haben eine Scheu vor Impfungen, die jedoch völlig unberechtigt ist. Eine Impfung ist einfach durchzuführen, nahezu schmerzfrei und hat so gut wie nie ernsthafte Nebenwirkungen.

Wussten Sie, dass in manchen Jahren allein in Deutschland 20.000-40.000 Menschen an den Folgen der echten Grippe (Influenza) versterben? Hier bietet eine einfachst durchzuführende Grippe-Schutzimpfung einen kompletten Schutz vor dieser ernstzunehmenden Infektion! Vor allem ältere Menschen profitieren von dieser Impfung!

Wir beraten Sie und führen folgende Impfungen in unserer Praxis durch:

  • Erhebung des Impfstatus
  • Grippeimpfung
  • Masern, Mumps, Röteln, Varizellen (Windpocken)
  • Tetanus, Polio, Diphterie
  • Hepatitis A und B
  • FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)
  • Lungenentzündung (Pneumokokken)
  • Typhus
  • Meningokokken (Hirnhautentzündung)
  • Tollwut
  • HPV
  • HIB
  • Hexa (Kombiimpfung für Säuglinge und Kleinkinder)

Weitere Informationen zu den einzelnen Erkrankungen:

Tetanus oder Wundstarrkrampf ist ein Erreger, der überall draußen vorkommt und der über Verunreinigungen in Wunden in den Körper eindringen kann. Unbehandelt führt Tetanus durch die Bildung eines Giftstoffes nach wenigen Tagen zum Tode. Das Zeitfenster für eine effektive Behandlung ist sehr klein. Deswegen sollten sich alle Menschen durch Impfung schützen: Wenn in der Kindheit mindestens 4 Impfungen durchgeführt worden sind, reicht es alle 10 Jahren aufzufrischen. Liegt eine akut verunreinigte Wunde vor, wird die Impfung ggf zusammen mit der Verabreichung von Antikörpern vorgezogen, wenn die letzte Impfung mehr als 5 Jahre her ist. Nach der Impfung können Schmerzen und Schwellungen im Bereich des geimpften Armes als Zeichen einer lokalen Impfantwort entstehen. Deswegen sollte am Tag der Impfung mit dem betroffenen Arm keine Schwerarbeit geleistet werden.

Diphterie ist eine Erkrankung, die in Wellen von ca 30-40J Abstand auftritt. Die nächste „Welle“ ist hierzulande „überfällig“, was mit dem verbreitet bestehendem Impfschutz zu tun hat. In anderen Ländern grassiert Diphterie, so dass es wichtig ist, dass der Impfschutz in unserer Bevölkerung hoch bleibt. Gegen Diphterie wird zusammen mit Tetanus in einer Spritze geimpft. Bei mindestens 4 dokumentierten Impfungen reicht eine Auffrischung (mit Tetanus) alle 10 Jahre aus. Die Impfung ist ausgezeichnet verträglich.

Polio oder Kinderlähmung ist seit Anfang der 90er Jahre hierzulande ausgerottet. Dies ist ein Erfolg eines konsequenten Impfprogramms! Deswegen ist Polio heutzutage bei 4 dokumentierten Impfungen in der Kindheit als Reiseimpfung zu sehen. Betroffene Länder liegen heutzutage in Afrika und Asien.

Polio wird seit vielen Jahren nur noch als „Spritzen“-Impfung, typischerweise in Kombination mit Tetanus und Diphterie, angeboten. Auffrischung (wenn notwendig, s.o.) alle 10 Jahre.

Pertussis oder Keuchhusten wurde in der Vergangenheit ausschließlich im Säuglingsalter geimpft. Für Neugeborene besteht jedoch kein Nestschutz (d.h. Impfschutz) über die Mutter und eine Keuchhustenerkrankung im Neugeborenenalter kann zu Atemstillständen führen. Aus diesem Grund wurde vor ein paar Jahren die Empfehlung herausgegebenen, alle Menschen mit möglichem Neugeborenenkontakt innerhalb der nächsten 10 Jahre gleichzeitig mit der notwendigen Tetanusimpfung gegen Keuchhusten mitzuimpfen. Diese Impfung gibt es nicht als Einzelimpfstoff, sondern nur in Kombination mit Tetanus, Diphterie und ggf Polio. Diese Impfung ist gut verträglich.

Masern Ist keinesegs nur eine der harmlosen Kinderkrankheiten sondern führt (mangels Impfschutzes) immer noch zu Todesfällen bzw Schwerbehinderung nach dadurch bedingter Hirnentzündung. In den letzten Jahren sind mehrfach Masernausbrüche (u.a. in München) bei jüngeren Erwachsenen vorgekommen. Allein im Jahr 2011 gibt es bislang ca. 1400 gemeldete Masernfälle in Deutschland. Ein Impfschutz besteht, wenn 2X (typischerweise mit Mumps und Röteln, s.u.) geimpft worden ist. Die Empfehlung lautet daher, dass bei unter 40jährigen ggf entsprechend aufgefrischt werden soll. Der Impfstoff enthält Hühnereiweiß, deswegen darf keine entsprechende Allergie bestehen! Die Impfung ist im Allgemeinen gut verträglich, es kann jedoch zu Halsschwellungen und Ausschlag sowie Fieber kommen. In den letzten Jahren mehrfach geäußerte Zusammenhänge zu MS, Autismus u.a. Erkrankungen konnten nie bestätigt werden.

Röteln können im Mutterleib bei Erkrankung der Mutter je nach Alter zum Tod der Leibesfrucht oder schwerster Behinderung des Kindes führen. In der Vergangenheit wurde bei Frauen mit Kinderwunsch eine Antikörperbestimmung nach stattgehabter Impfung durchgeführt. Dieser Weg wurde jetzt verlassen: Bei nur einmalig erfolgter Impfung gilt die Empfehlung einer einmaligen Zweitimpfung in Kombination mit Masern und Mumps. Damit entfällt die Ungewissheit über die Antikörperbestimmung im Falle einer nicht geplanten Schwangerschaft! Die Impfung ist ausgezeichnet verträglich.

Mumps kann zu Schwerhörigkeit, beim männlichen Geschlecht darüberhinaus zu Hodenentzündung und Infertilität führen. Es wird gemeinsam mit Masern und Röteln geimpft und ist ausgezeichnet verträglich. Eine zweimalige Impfung ist für unter 40jährige empfohlen.


Hepatitis B
Der Erreger wird ausschließlich über Blut oder sexuelle Kontakte übertragen. Hepatitis B kann chronisch werden und zu Leberzirrhose und Leberzellkrebs führen. Seit mehr als 10 Jahren gehört die Impfung zum Impfprogramm für Säuglinge. Ein Impfschutz besteht nach 4 Impfungen im Säuglingsalter bzw. 3 Impfungen für Kinder und Erwachsene. Diese Impfung wird für unter 18jährige von den Krankenkassen bezahlt, eine Erfolgskontrolle im Sinne einer Antikörpertiterbestimmung ist genauso wenig vorgesehen wir eine spätere Auffrischimpfung. Für über 18jährige gilt diese Impfung als Indikationsimpfung für Menschen mit erhöhtem Risiko wie z.B. Mitarbeiter in Gesundheitsberufen, Menschen mit vielen Sexualpartnern oder auch bei chronischer Lebererkrankung oder vor einer Nierenersatztherapie. Diese Impfung wird dann von der Krankenkasse oder vom Arbeitgeber bezahlt, der Erfolg durch eine Antikörperbestimmung nachgewiesen und ggf. aufgefrischt.
 

Grippe

Zu unterscheiden ist die 'normale' Erkältung (der sog. grippale Infekt), wie sie stets in den kälteren Jahreszeiten auftreten kann, von der 'richtigen' Grippe, die man auch Influenza nennt. Der Erreger der Influenza ist das Influenza-Virus.



Bei der Influenza kommt es zu einem sehr raschem Krankheitsgefühl mit stark ansteigendem Fieber, heftigen Kopf- und Gliederschmerzen, oftmals starkem Husten mit schmerzhafter Atmung, Bindehautreizung sowie einer ausgepägten Erschöpfung. Gegen die Influenza hilft am besten die Vorbeugung:

die Grippeimpfung!

Die Grippeimpfung kann so gut wie stets nachgeholt werden, auch wenn sich eine Grippewelle nähert! Die Impfung wird allerbestens vertragen, nur sehr selten kommt es zu leichteren grippe-ähnlichen Symptomen. Der erreichte Impfschutz hingegen ist hervorragend. Der Impfschutz entwickelt sich nach 2-3 Wochen und hält aber nur 6-12 Monate an. Das ist der Grund, weshalb in jedem Herbst neu geimpft werden muss. Was oftmals zu Missverständnissen oder gar zur Ablehnung ('hilft ja doch nicht') gegen die Impfung führt: auch wenn man geimpft ist, kann man eine 'normale' Erkältung, also einen grippalen Infekt, bekommen.

Erkrankt man an einer Influenza, weil nicht geimpft wurde, so ist zu sagen, dass jüngere Patienten die heftige Erkrankung in der Regel gut 'abwettern'. Problematisch ist die Erkrankung allerdings bei älteren oder geschwächten Patienten. Häufig kommen zusätzliche bakterielle Infektionen hinzu (Bronchitis, Lungenentzündungen). Man schätzt, dass jedes Jahr in Deutschland mehrere zehntausend vorwiegend ältere Menschen an den Folgen einer Influenza versterben.

Dieses macht die Notwendigkeit der vorbeugenden Grippeimpfung noch einmal sehr deutlich!

Ist man nicht geimpft, gibt es nur in Ausnahmefällen noch die möglichst frühzeitige Verordnung von virus-hemmenden Medikamenten (Oseltamevir mit dem Handelsnamen Tamiflu oder Zanamivir mit dem Handelsnamen Relenza).

Bei Vorliegen einer Influenzavirus-Infektion sind antivirale Substanzen nicht generell zu empfehlen, da die Diagnose nur bei einer aktuellen Influenzaepidemie mit ausreichender Sicherheit klinisch zu stellen ist und den nicht unbeträchtlichen Therapiekosten und der Möglichkeit einer Resistenzselektion eine Verkürzung der Krankheitsdauer um höchstens 1,5 Tage gegenübersteht. Bei Hochrisikopatienten und bei schwerem Verlauf kann die Gabe eines geeigneten Virustatikums erwogen werden.

Eine aktuelle Übersicht über die Ausbreitung der Grippe (Influenza) finden Sie hier influenza.rki.de/ 

Hier die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut:

  • Standardimpfung: Personen über 60 Jahre
  • Indikationsimpfung: Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens - wie z. B. chronische Lungen-, Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten, Immundefizienz, HIV-Infektion - sowie Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen 
  • Impfung auf Grund eines erhöhten beruflichen Risikos/Indikationsimpfung: Personen mit erhöhter Gefährdung, z.B. medizinisches Personal, Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr sowie Personen, die als mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute ungeimpfte Risikopersonen fungieren können 
  • Impfung auf Grund eines erhöhten beruflichen Risikos/Indikationsimpfung: Personen mit erhöhter Gefährdung durch direkten Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln (Eine Impfung mit dem aktuellen saisonalen humanen Influenza-Impfstoff bietet keinen direkten Schutz vor Infektionen durch den Erreger der aviären Influenza, sie kann jedoch Doppelinfektionen mit den aktuell zirkulierenden Influenzaviren verhindern.)
  • Impfung auf Grund von Reisen/Indikationsimpfung: für Reisende aus den unter Standard- und Indikationsimpfung genannten Personengruppen, die nicht über einen aktuellen Impfschutz verfügen, ist die Impfung generell empfehlenswert, für andere Reisende ist eine Influenza-Impfung nach Risikoabwägung entsprechend Exposition und Impfstoffverfügbarkeit sinnvoll. 
  • Indikationsimpfung: Wenn Epidemien auftreten oder auf Grund epidemiologischer Beobachtungen befürchtet werden (entsprechend den Empfehlungen der Gesundheitsbehörden)

Was sind HPV-Viren?

HPV-Viren sind weit verbreitet und werden durch Geschlechtsverkehr übertragen. Bei Frauen können sich diese Viren am Muttermund (Fachbegriff: Cervix) ansiedeln und führen hier oftmals zu Zellveränderungen, den sog. Dysplasien. Das ist im übrigen einer der Hauptgründe, weshalb Frauen einmal jährlich zur Krebs-Vorsorge gehen sollten: der Frauenarzt untersucht den Muttermund mittels eines einfachen, schmerzlosen Abstriches auf derartige Zellveränderungen.

Es gibt verschiedene Ausmaße bzw. Schweregrade der Zellveränderungen. Im schlimmsten Fall kann sich ein Gebärmutterhalskrebs entwickeln. Seit 2007 ist es möglich, eine Impfung gegen die Ansiedlung von HPV-Viren durchzuführen. Die Impfung ist einfach und sicher. Sie verhindert so gut wie vollständig eine Infektion mit HPV-Viren mit dem angenehmen Infekt, dass hierdurch der Krebs des Gebärmutterhalses so gut wie ausgerottet werden kann: keine Viren, keine Zellveränderungen mehr!

HPV-Impfung

In Deutschland gibt die Ständige Impfkomission (STIKO) am Robert Koch-Institut in Berlin die verbindlichen Impfempfehlungen für Deutschland heraus. Zur Verminderung des Auftretens von Gebärmutterhalskrebs empfiehlt die STIKO die Impfung gegen die HPV-Typen 16 und 18 für alle Mädchen von 9 bis 17 Jahren. Über dieses Alter hinaus liegt eine Impfung in der Entscheidung des Arztes und der Frau.

Die Grundimmunisierung erfolgt altersabhängig mittels zwei (bei Neunjährigen bis Zwölfjährigen) oder drei intramuskulärer Injektionen (ab 13 Jahre) nach dem Schema 0, 2 und 6 Monate  und kostet ungefähr 480 € . In Deutschland übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen oder die privaten Krankenversicherungen die Impfkosten für Mädchen zwischen 9 und 17 Jahren.